Tuesday, 30 March 2021

So spannt ihr eure Strickstücke richtig


Ihr kennt wahrscheinlich bereits viele Vorteile des Spannens von Strickstücken, dennoch möchten wir euch heute einen Überblick über die verschiedenen Techniken geben und euch erklären, welches Zubehör euch dabei besonders gut weiterhelfen kann.

Das Spannen eines Strickstücks ist nicht einfach nur ein weiterer Schritt beim Stricken (und beim Häkeln).

Nein? Was ist es dann?

Lasst uns es gemeinsam herausfinden.

Was macht das Spannen von Strickstücken?

 Durch Spannen habt ihr die Möglichkeit, kleine Unebenheiten auszugleichen und das Garn aufblühen zu lassen. Das Maschenbild wird ebenmäßiger und das Garn kann sein ganzes Potential entfalten. So wird das Strickstück nicht nur ein richtiger Hingucker, sondern ist auch besonders angenehm zu tragen.

Manchmal kann man durch das Spannen auch kleine Fehler ausgleichen. Zum Beispiel kann ein etwas zu kurz geratener Ärmel dadurch nochmal etwas verlängert werden, sodass er letztendlich besser passt.

Das Spannen ist auch wichtig, wenn es um eure Maschenprobe geht. Die Nadelgröße bestimmt nicht nur die Maße der Maschenprobe, auch die Eigenschaften des Stoffs verändern sich durch diese. Es kann sein, dass sich der endgültige Stoff des Kleidungsstücks nach dem Waschen und Spannen ganz anders verhält als erwartet.

Also, was ist die Antwort?

Es ist ganz einfach. Stellt sicher, dass ihr eure Maschenprobe wascht und spannt. Basierend auf dem Endergebnis eurer gewaschenen und gespannten Maschenprobe könnt ihr dann dir passende Nadelgröße auswählen. Die verschieden Fasern verhalten sich fast immer anders, wenn sie gespannt wurden.

Abhängig von eurem Garn und von dem, was ihr erreichen möchtet, kann die Methode die ihr zum Spannen verwendet, einen großen Unterschied machen.

Lest weiter, wenn ihr die verschiedenen Techniken, wie ihr eure Strickstücke spannen könnt, kennen lernen wollt.

Das feuchte Spannen

 Das feuchte Spannen wird sehr häufig verwendet. Dafür wird das Strickstück in lauwarmes Wasser gelegt. Danach wird aus diesem die überschüssige Feuchtigkeit entfernt und dann wird es zum Trocknen in die gewünschte Form gespannt. Während das Wasser trocknet, ziehen sich die einzelnen Fasern zusammen und bleiben so in der Form, in der sie auf den Spannungsmatten fixiert wurden.

Und so funktioniert es:

Legt euer Strickstück (oder eure Maschenprobe) für 15-20 Minuten in lauwarmes Wasser. Stellt danach sicher, dass das gesamte überschüssige Wasser entfernt wird.

Natürlich ist nicht jede Faser für diese Methode geeignet. Überprüft deswegen vorher, ob die Faser, die ihr verwendet, nass werden darf.

Sobald das Strickstück eingeweicht ist, wird das überschüssige Wasser entfernt.

Hier ein wichtiger Tipp: Ihr dürft das Strickstück niemals auswringen, um es von dem Wasser zu befreien. Durch das auswringen können die Fasern dauerhaft beschädigt werden...

Also, wie entfernt ihr dann das Wasser?

Am besten rollt ihr das Strickstück in ein trockenes Handtuch ein und übt danach gleichmäßigen Druck auf dieses aus. Ihr könnt es auch auf den Boden legen und euch auf das Handtuch stellen. Ihr wisst besser als alle anderen, wieviel Liebe und Zeit ihr in die Erstellung eures Projektes gesteckt habt. Behandelt es deswegen mit viel Sorgfalt.

Manche Fasern filzen sehr schnell. In dem Fall sollte man vermeiden, diese zu viel im nassen Zustand zu bewegen.

Sobald das überschüssige Wasser entfernt wurde, kann das Strickstück auf den Spannmatten ausgebreitet und in der gewünschten Form festgesteckt werden.

Das Spannen mit Wasserdampf

 Nehmen wir mal an, dass die Faser die ihr verwendet, nicht nass werden darf.

Heißt das, dass ihr euer Strickstück nicht spannen könnt?

Doch, aber jetzt kommt der Wasserdampf ins Spiel.

Durch das Spannen mit Wasserdampf kann sich die Faser eures Garns entspannen. Diese Methode bietet euch auch ein wenig Flexibilität. So könnt ihr das Strickstück zunächst dämpfen, bevor ihr es feststeckt. Oder ihr fixiert es in der gewollten Form und benutzt dann erst den Wasserdampf.

Aber seid vorsichtig...

Synthetische Fasern können durch den Dampf und die Hitze beschädigt werden. Übertreibt es also nicht!

Ob ihr zunächst den Dampf anwendet und dann spannt, oder aber umgekehrt, hängt aber nicht nur von euren persönlichen Vorlieben ab.

Einige Faser verändern ihre Form fast gar nicht, bevor sie nicht mit Dampf oder Feuchtigkeit in Kontakt kommen. Andere hingegen, wie zum Beispiel Baumwolle, verändern schon bei sehr wenig Feuchtigkeit ihre Form. In dem Fall kann es besser sein, das Projekt vor dem Dämpfen bereits in der gewollten Form festzupinnen.

Und hier sind einige Tipps, die ihr beim Spannen mit Wasserdampf beachten solltet:

Versucht zunächst die Eigenschaften eurer Fasern zu kennen, bevor ihr das gesamte Strickstück mit Wasserdampf spannt. Hierfür eignet sich die Maschenprobe hervorragend.
Sollte euer Material ziemlich belastbar sein, könnt ihr es mit einem feuchten Geschirrtuch bedecken. Dann drückt ihr eurer heißes Bügeleisen auf dieses. Solltet ihr ein Bügeleisen mit Dampffunktion besitzen, könnt ihr diese zusätzlich verwenden.

Oh, und bevor wir es vergessen...

Haltet euer Bügeleisen immer in Bewegung, sodass sich die Wärme gleichmäßig aufbaut.

Sobald sich das Handtuch trockener anfühlt, könnt ihr das Strickstück in der gewünschten Form fixieren, falls ihr es noch nicht festgesteckt habt.

Für empfindlichere Materialen könnt ihr auch nur den Dampf verwenden. Hierfür müsst ihr die Dampffunktion eures Bügeleisens auf die höchste Stufe stellen und den Dampfstrahl auf das Strickstück richten. Wichtig ist hierbei, dass das Bügeleisen nicht in Kontakt mit dem Strickstück kommt.

Das Spannen mit Spray

 Für sehr empfindliche Fasern kann sogar der Dampf zu aggressiv sein.

Also, was macht man in diesem Fall?

Das Spannen mit Spray ist die wohl schonendste Art ein Strickstück zu spannen und eignet sich für sehr feine Fasern wie zum Beispiel Kaschmir.

Und so wird es gemacht:

Um das Strickstück zu spannen, wird es zunächst in der gewollten Form auf den Spannungsmatten fixiert und dann mit mit Wasser nass gespritzt. Es ist wichtig, dass die Fasern nicht klatschnass werden, aber feucht genug, dass sie sich entspannen können.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, wie ihr euer Strickstück spannen wollt, gibt es eine noch weitere, sehr sanfte Methoden, die ihr anwenden könnt. Lasst eurer Projekt an einem nebligen oder feuchten Tag draußen auf einem Tisch liegen. Oder platziert es im Badezimmer, wenn ihr eine heiße Badewanne oder Dusche genießt. Schon durch diese Feuchtigkeit kann sich der Stoff und die Fasern leicht verändern.

Welche Methode ihr auch bevorzugt, es lohnt sich ein wenig über das Zubehör zu sprechen, das euch das Spannen erleichtern kann und somit eure Strickstücke noch besser aussehen lassen.

Spannmatten

 


Warum braucht ihr Spannmatten?

Spannmatten sind sehr praktisch, wenn ihr eure gestrickten Stücke feststecken möchtet. Sie bilden eine ebenmäßige Unterlage und man kann die Nadeln gut feststecken.

Außerdem helfen die Spannmatten, dass das Strickprojekt schneller trocknet, indem sie etwas von der Feuchtigkeit aufnehmen. Dadurch schützen sie auch den Boden. Ihr könnt zwar auch eure Strickstücke direkt auf eurem Teppich befestigen, das ist jedoch nicht die beste Idee. Verwendet Spannmatten, eurer Teppich wird es euch danken.

Könnt ihr die Spannmatten für jedes Projekt verwenden?

Ja natürlich. Unsere Spannmatten werden im 9er-Set geliefert und jede einzelne Matte misst 30cm x 30cm. Die einzelnen Quadrate können so ganz einfach zusammengepuzzelt werden, sodass sie sich der Form eures Strickstücks anpassen.

Spannst du etwas langes, wie zum Beispiel einen Schal?

Kein Problem. Verbinde die Matten zu einem langen Streifen.

Du möchtest nur ein paar Fäustlinge spannen?
Alles was ihr dafür braucht, ist eines unserer 30cm x 30cm Quadrate.

Ihr habt eventuell gehört, dass Kinderspielmatten eine gute Option zum Spannen sind? Auch wenn das als eine kostengünstige Variante erscheinen mag, solltet ihr hierbei vorsichtig sein. Die Spielmatten können abfärben, da sie nicht dafür ausgelegt sind, nass zu werden.

Was bedeutet das?

Ganz einfach, der Farbstoff der Matten kann sich in eurem Strickstück wiederfinden. Nicht gut, wenn ihr die letzten zwei Monate an einem wunderschönen hellweißen Kaschmirpullover gestrickt habt.

Nadeln

 

Braucht ihr spezielle Nadeln?

Bei den Nadeln habt ihr mehrere Möglichkeiten. Und während ihr vielleicht einfach nur die Stecknadeln verwenden möchtet, die ihr neben der Nähmaschine liegen habt, gibt es ein paar Dinge, die ihr berücksichtigen solltet.

Und die wären?

Etwas längere Nadeln machen es einfacher, größere und dickere Projekte sicher festzustecken. Während die Fasern beim Trocknen schrumpfen, steht das Strickstück unter viel Spannung. Wenn sich da ein paar Nadeln lösen, kann dies zu einem unförmigen Pullover oder Spitzenstruktur führen. Das ist genau das Gegenteil von dem, was ihr beim Spannen erreichen wollt.

Macht das alles soweit Sinn? Dann schaut euch die folgenden Optionen an, die wir in unserem Sortiment haben.

T-Nadeln



Unsere T-Nadeln sind zum Beispiel etwas länger als normale Pins, sodass sie einen etwas klobigeren Pullover oder Mütze gut fixieren können. Vor allem sind sie aber rostfrei und bergen daher kein Risiko, euer geliebtes Strickstück zu beschädigen.

T-Nadeln sind besonders praktisch, wenn man ein Spitzenmuster spannt.

Gehört ihr zu der Kategorie ungeduldige StrickerInnen? Dann schaut euch die nächste Option an...

 

Kammnadeln


Ja, Kammnadeln sind so viel schneller als T-Nadeln, und wenn ihr ein Haustier im Hause habt, solltet ihr diese ernsthaft in Betracht ziehen.

Sie sind nicht nur viel schwerer zu verlieren (Unsere Regenbogen Kammnadeln sind wirklich kaum zu übersehen!), sondern machen es auch viel einfacher, Teile mit graden Kanten wie Schals und Pullover festzustecken.

Jede Packung enthält 12 größere Kammnadeln und acht kleinere. Und Sie haben einen weiteren Vorteil: Sie sind mit Befestigungslöcher für unsere Spanndrähte ausgestattet.

Spanndrähte...?

Spanndrähte

 


Mit den Spanndrähten könnt ihr besonders gut Spitzenmuster spannen.
Und nicht nur Spitzenmuster, auch Pullover, Decken und Tops können so ganz gleichmäßig gespannt werden. Dafür werden die Drähte durch die Kanten eures Projektes geschoben und dann mit Hilfe von T-Nadeln oder Kammnadeln festgesteckt. Erinnert ihr euch an die Befestigungslöcher unserer Kammnadeln?

Sie sind unter anderem dafür geeignet, um die Drähte durch diese Löcher zu fädeln. Wir lieben es, wenn unser Zubehör gut kombiniert noch besser funktioniert!

Jede Packung von Spanndrähten enthält mehrere Größen und beinhaltet auch ein Maßband, so dass ihr ganz genau spannen könnt.


Nachdem wir euch den genauen Prozess vom Spannen erklärt haben, seid ihr euch immer noch nicht sicher, ob ihr es nicht doch mal ausprobieren wollt?

Wir können es euch nur empfehlen, es einmal auszuprobieren. Und nachdem ihr euer erstes Projekt erfolgreich gespannt habt, sind wir uns sicher, das ihr es immer wieder tun werdet.

Teilt eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren. Solltet ihr Fragen zu unserem Spannzubehör haben, kontaktiert uns gerne via Direktnachricht auf Instagram oder Facebook, oder schickt uns eine E-Mail an knitproeu@gmail.com.

2 comments:

  1. Wow, das nenn ich mal super erklärt. Herzlichen Dank dafür.

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  2. Wow, das nenn ich mal super erklärt. Herzlichen Dank dafür.

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