Friday, 24 June 2016

Gewinner + Designer im Blickpunkt: Astrid Schramm

Astrid Schramm, eine an der Ostsee aufgewachsene Designerin, lebt in Gera, Thüringen, wo sie ihre Ausbildung genossen hat und auch heute noch lebt. Sie ist verheiratet hat 2 erawchsene Kinder und schon immer gern gehandarbeitet. Vor einigen Jahren kamen neben stricken und häkeln auch noch spinnen, weben und nähen dazu. In ihrer restlichen Zeit, neben einem “fulltime” Job, reist, wandert und läuft Astrid gerne und sie ist Mitglied im Team Groenwold, das regelmässig an der Back to Back Challenge teilnimmt.
Elfe


Seit wann strickst du und wann hast du mit dem designen angefangen?
Gute Frage – ich kann mich nicht genau daran erinnern, aber ich muss ungefähr 5 Jahre alt gewesen sein. Obwohl ich zu dieser Zeit mehr gehäkelt als gestrickt habe, das war viel einfacher für mich. Gelernt habe ich es von meiner Großmutter. Ich kann mich nicht erinnern, meine Baba jemals ohne Handarbeitszeug gesehen zu haben. Selbst als sie fast nichts mehr sehen konnte, hat sie noch Taschentücher umhäkelt. Das habe ich immer bewundert – und es hat mich auch sehr geprägt.
Mit eigenen Entwürfen habe ich schon in der Schulzeit begonnen, aber nie daran gedacht, dass es jemand anderen interessieren könnte und deshalb wurde auch nie was notiert dazu.
Das hat sich Anfang 2000 geändert – da habe ich dann alles akribisch mitgeschrieben, aber immer noch keine Anleitungen daraus gemacht. Das kam erst 2005, als ich mehrfach gefragt wurde, ob ich die Anleitung für ein Paar besondere Socken nicht mal aufschreiben und allen zur Verfügung stellen könne. Bis 2010 waren es immer wieder Anleitungen für kleinere Sachen, erst danach habe ich angefangen, auch Anleitungen für Pullover und Strickjacken aufzuschreiben.
Toddler Hat

Thea

Woher kommen deine Ideen?
Das ist unterschiedlich – manchmal inspirieren mich Dinge aus der Natur, die ich auf Wanderungen entdecke, oder ich stricke einfach los und das Muster/der Pullover entsteht einfach im Fluß. Einmal habe ich von dem Design sogar geträumt und nach dem Aufwachen alles haarklein aufgeschrieben :-)
Oki Doki
Wie ist dein eigenes Design Label entstanden?
Ganz ehrlich? Als ich „mich“ als Designer bei ravelry angelegt habe, hat ravelry mir den Namen Astrid-Schramm-Design vorgeschlagen. Das war noch zu der Zeit, in der nur wenige Anleitungen von mir veröffentlicht wurden. Da habe ich den Vorschlag einfach akzeptiert. Mittlerweile ist ASD aber wirklich „mein kleines Label“ geworden.

Wie findest du die richtige Balance zwischen entwerfen und bloggen und der Verwaltung (Vermarktung) von deinem Design Label?
Das ist gar nicht so schwierig. Viel Zeit für sich selbst und sich nicht hetzen lassen – auch mal eine Zeit lang nichts veröffentlichen, dann klappt das schon.
Seit einiger Zeit blogge ich kaum noch – ich fahre lieber Rad in dieser Zeit oder jogge durch die Landschaft. Vielleicht ändert sich das ja auch mal irgendwann wieder, wer weiß.
Vermarktung? Ehrlich gesagt mache ich gar keine Werbung. Oder nur mal ganz selten.
Ich weiß, ich könnte viel mehr Anleitungen verkaufen mit der richtigen Werbestrategie, aber ich genieße lieber meine freie Zeit oder entwerfe neue Dinge als mich mit Marketing zu beschäftigen.
Izzy
Was sind deine Ziele für 2016?
Gesund bleiben bzw werden – ohne Gesundheit geht gar nichts. Alles andere findet sich von allein.
KnitPro Knit Blockers

Hast du eine Horrorstrickgeschichte oder Missgeschick?
Nein, ganz wirklich nicht.

Gewinner

Gratulation an gridin du hast diesen Monat ein KnitPro Knit Blockers Set gewonnen! Wir werden dich in Kürze anschreiben, damit wir deinen Gewinn schnell verschicken können. Allen Anderen ein Dankeschön für's mitmachen. Seid gespannt, was es im nächsten Monat auf dem KnitPro Blog zu gewinnen gibt!

Thursday, 9 June 2016

Ein bunter Sommer: Fair Isle Ideen & ein Gewinnspiel!


Ravelry ist voll mit bunten, ansprechenden,  ins Auge springenden Projekten und Mustern.Die Technik mit mehreren Farben wird meist als “Fair Isle” oder manchmal auch als “stranded” bezeichnet, früher sprach von Intarsien Strickerei.Obwohl die Ergebnisse kompliziert wirken, kann die Fair Isle Strickerei von jedem/r  experimentierfreudigen StrickerIn bewältigt werden! Um damit anzufangen ist dieses Video hilfreich, es erklärt es Schritt für Schritt:
Wenn ihr die Technik beherrscht, ist es Zeit, es an einem Projekt auszuprobieren! Wir haben ein paar Anleitungen bei Ravelry gefunden, die Lust machen Fair Isle stricken in diesem Sommer zu probieren. Alle sind in deutscher Sprache, hier klicken für mehr Informationen:

Tiling Flying Fish (fair isle) von Jana Huck
Delft von Rachel Søgaard
Fair Isle Wristwarmer Classic von Sylvie Rasch
Classic Kilim von Stephanie van der Linden
# 06 Lillith von Elisabeth Gütschow

Gewinnspiel

In diesem Monat kann einer unserer Blogleser ein KnitPro Knit Blocker Set gewinnen! Hinterlasst einen Kommentar unter diesem Blogbeitrag, erzählt uns welches Fair Isle Projekt ihr unbedingt stricken wollt und ihr seid im Lostopf!
Den glücklichen Gewinner ziehen wir am Freitag, 24. Juni 2016 - Viel Glück!



Friday, 27 May 2016

Gewinner + Stricken und Häkeln für einen guten Zweck

Der Frühling, insbesondere der Tag der Handarbeit ist ein gute Gelegenheit kleinere Projekte zu stricken oder zu häkeln und sie  für einen guten Zweck zu spenden.Eine Menge Organisationen oder private Gruppen suchen das ganze Jahr über Mützen, Schals, Socken……..Einige dieser Organisationen oder Gruppen, die fertige Sachen annehmen und weiterverteilen, werden wir hier vorstellen. Diese Liste ist nur ein kleiner Überblick, solltet ihr Gruppen kennen oder selbst in einer mitwirken, die wir hier nicht aufgelistet haben, freuen wir uns über Hinweise darüber in den Kommentaren!

Am diesjährigen Tag der Handarbeit am 11. Juni 2016 treffen sich wieder viele DIY­Fans, um zusammen mit anderen unter dem Motto "Jeder macht was er kann" aktiv zu werden. Ob wärmende Anziehsachen, Spieldecken oder Kuscheltiere: Oft sind es die kleinen Dinge, die besonders große Freude machen. Doch genau diese Kleinigkeiten können sich Familien mit wenig Geld nicht leisten. Helfen Sie mit und stricken, häkeln oder nähen Sie ein Stück selbstgemachtes Glück. Danach werden die gefertigtien Teile durch die beteiligten Partner vor Ort übergeben. In Deutschland über die mitmachendenen Händler vor Ort an die Tafeln, in Österreich kommt die Spenden dem SOS-Kinderdorf zu gute und In der Schweiz an Caritas, die Schweizer Tafel und die Berghilfe. Am Tag der Handarbeit finden überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz zahlreiche Veranstaltungen statt. Wo Sie am Tag der Handarbeit am 11 Juni und evtl. im Vorfeld mit Gleichgesinnten an kreativen Spenden für Babys und Kinder gearbeitet wird, erfahren Sie hier.
Dieser Verein sammelt u.a. Gestrickte oder gehäkelte Mützen, Socken  Handschuhe, Schals…….damit die Kinder ein Stück Wärmendes haben, das nicht nur gegen die Kälte schützt, sondern auch die Seele wärmt. Das ist aber nur ein kleiner Teil der Unterstützung, die Mitglieder sind auch jedes Jahr persönlich vor Ort um zu helfen.
Unsere Trostteddys bei jedem Kind sehr willkommen. In der Regel wollen diese Kinder den Teddy nicht mehr aus der Hand geben. Alle Trostteddys werden kostenlos an interessierte Krankenhäuser, Rettungsdienste, karitative Einrichtungen und andere ehrenamtliche Institutionen, die sich das Wohl der Kinder auf die Fahne geschrieben haben, abgegeben und können immer kostenlos nachbestellt werden. Ein Anruf oder eine Email genügt.
Auch die Bahnhofsmissionen und Obdachlosenhilfen in den Städten sind immer sehr dankbar für Socken, Handschuh und Co. Hier wendet man sich am besten an die örtlichen Organisationen.



Gewinner

Gratulation an sudoku45 du hast diesen Monat unseren Blogpreis gewonnen! Wir werden Kontakt mit dir aufnehemn, damit wir dein Waves Häklenadelset schnellsten verschicken können. Seid gespannt, was wirim nächsten Monat auf dem KnitPro Blog verlosen!

Friday, 13 May 2016

Gewinn + Designer im Blickpunkt: Tanja Steinbach


Tanja Steinbach, geboren und aufgewachsen in Tübingen, lebt seit 2008 mit Mann und Kindern in der Nähe von Frankfurt, der Bankenmetropole in Hessen.

Wenn ich auf meinen Beruf angesprochen werde, fällt es mir ungemein schwer zu beschreiben was ich denn nun so konkret mache…. Bin aber sehr zufrieden mit meiner Berufswahl Mein beruflicher Werdegang war sehr „zielstrebig“ und immer auf Textiles & Design ausgerichtet – Hobby & Beruf überschneiden sich da schon sehr, das hat Vorteile, ich arbeite leidenschaftlich gerne (& viel) aber auch den Nachteil, dass ich oft auch in der Freizeit über die Maschen oder zumindest (Stoff-)Nähte nachdenke…
 
Seit wann strickst du und wann hast du mit dem designen angefangen?
Bei uns zu Hause (ich komme aus einem klassischen, schwäbischen Handwerkerhaushalt) wurden in vielen Bereichen die Dinge „selbst gemacht“. Irgendwann probiert man es dann halt selber (das ist ja dann auch ganz selbstverständlich und wurde vermutlich auch so erwartet) – ganz genau genommen habe ich mit Häkeln gestartet und schon im Grundschulalter Puppenkleider gemacht, dann kam zu den Glanzzeiten der Zeitschrift „Nicole“ im Alter von 12/13 Jahren der Wunsch auf Stricken zu lernen und dann das Nähen. Das Nähen habe ich ja dann mit einer Ausbildung zur Damenschneiderin sozusagen professionalisiert und anschließend in Reutlingen noch Textildesign studiert. Reutlingen hat ja einen Schwerpunkt im Bereich Stricktechnik, die Firma „Stoll“ ist dort ansässig und der Campus ist daher auch gut mit Strickmaschinen und Technik rund um die Garnverarbeitung ausgerüstet und der Studiengang entsprechend ausgerichtet und so kam ich dann auch irgendwie zurück zu Garn & Masche. Nach meinem Abschluss hätte ich mir aber durchaus auch vorstellen können etwas mehr im Bereich „Konfektion“ zu machen – aber es kommt 1. immer anders als man 2. denkt. Rückblickend war es für mich damals die richtige Entwicklung anschließend, damals noch bei „Coats“ für die Marken Schachenmayr, Jaeger und Regia zu starten.

Woher kommen deine Ideen?
Das Schöne an meiner Arbeit ist, dass kaum ein Tag dem anderen gleicht, oft steht jeden Tag etwas anderes an. Das ist zwar auch anstrengend, aber man bleibt beweglich und offen für Ideen. Natürlich nutze ich auch sogenannte Trendportale zum Abgleich der Farb- und Modetrends und da stößt man doch auch immer wieder auf neue Ideen. Tradition & Erfahrung schätze ich jedoch gerade im Handstrickbereich als wichtige Grundlage, auch hinsichtlich der Ideenfindung und so sind alte Handarbeitsbücher auch ein richtig gute Quelle, man muss es nur ein bisschen „entstauben“. Auch ein Wochenende mal in einer anderen Stadt, der interessante Austausch mit Gleichgesinnten oder der Besuch einer guten Ausstellung bringen neue Impulse – wie gesagt, einfach die Augen und Ohren offen halten und viel Ausprobieren.

Wie ist dein eigenes Design Label entstanden?
So ein richtiges eigenes „Label“ habe ich ja nicht, ich arbeite seit fast 20 Jahren für die Marken Schachenmayr und Regia bei der Firma Coats (seit 2015 MEZ). Die Aufgabengebiete haben sich mit der Zeit immer wieder mal verändert, aber ich bin und war immer Teil des Marketings bzw. der Produktentwicklung gewesen und mal mehr, mal weniger für die Garn- und Designentwicklung verantwortlich. Während dieser Zeit habe ich nach ein paar Jahre „kinderbedingt“ auf Teilzeit gewechselt und sobald die Kinder etwas größer wurden, habe ich dann begonnen zusätzlich, auf freiberuflicher Basis, „Design-Jobs“ anzunehmen. Begonnen hat es mit den TV Beiträgen & den Buchprojekten Anfang der 2000er Jahre. Der Frechverlag hatte damals beschlossen neben den Bastelbüchern auch etwas Neues zum Thema „Handarbeiten“ zu machen und war auf der Suche nach Partnern und Autoren – und so habe ich mein erstes kleines Buch zum Thema „Socken stricken“ gemacht. Mit der Zeit kamen da dann noch viele andere Bücher dazu, wie zum Beispiel „Jacquardstricken“ (TOPP 6684), „Gestrickte Taschen“ (TOPP 6935) oder auch „ Wendemuster stricken“ (TOPP 6963). Im Moment arbeite ich als Co-Autorin bei einem Buch zum Thema „Tücher stricken“ mit das im Herbst 2016 erscheinen wird. Auch beim TV lief das ganz ähnlich – zu Beginn (1998) war ich da noch beratend dabei und habe Themen für die Redaktion vorbereitet und irgendwann stand ich dann selbst vor der Kamera.



Seit Juni 2015 habe ich auch einen Blog – hier bekomme ich, wie auch bei über die anderen „social media Plattformen“ wie facebook oder instagram einen sehr direkten Kontakt zu anderen Strick-und Handarbeitsbegeisterten und genieße den Austausch sehr. Auch das ist „Inspiration“. Den Blog habe ich nach langem Drängen einer Kollegin ins Leben gerufen und bin ihr jetzt sehr dankbar dafür. Auftakt war der neue „Knit-a-long“ für die Sendung „ARD Buffet“ im Sommer 2015 („Der Sommernachtstraum“- auch auf ravelry zu finden: Anleitung Sommernachtstraum-Sundowner).

Tuch Sommernachtstraum
Ich hatte im Dezember 2014 schon mal so eine ähnliche Aktion für das ARD Buffet gemacht, den Adventsschal 2014 knit-a-long und danach war klar, bei einem Projekt dieser Art werden immer viele An- und Nachfragen dazu kommen. Und dass eine neue Aktion auch entsprechend unterstützt werden muss. Facebook finde ich da als Plattform nicht ideal, daher wollte ich eine „unabhängige“ Seite um die Fragen und Infos zu bündeln – das war natürlich ein super Start für den Blog und ich freue mich immer noch daran, wie oft das Modell inzwischen nachgestrickt wurde und immer noch wird! Im Blog sind viele Tipps, Ideen und natürlich auch kostenlose Anleitungen zu finden!
Adventsschal 2014


Wie findest du die richtige Balance zwischen entwerfen und bloggen und der Verwaltung (Vermarktung) von deinem Design Label?
Ich bin ehrlich gesagt immer noch auf der Suche nach der richtigen Balance…da Beruf & Leidenschaft so ineinander übergreifen, muss ich mich oft fast schon zu anderen Freizeitaktivitäten zwingen.

Was sind deine Ziele für 2016?
Ich bin sehr zufrieden, wie mein Leben & Arbeiten im Moment läuft. Besser geht natürlich immer, aber ehrlich gesagt sind Gesundheit und die geregelten Umstände in denen ich und meine Lieben Leben darf & kann ein sehr hohes Gut – und auch ich schätze diese Werte leider nicht immer so hoch ein wie es ihnen eigentlich gebührt – man wird ja doch schnell ungerecht und undankbar.
Ich freue mich aber noch auf einige schöne Strickevents dieses Jahr, wie das „Schwabsurger Wollfest“, bei dem ich meinen ersten Workshop halten werde oder auch das Yarncamp im Oktober in Frankfurt und die vielen, interessanten & lieben Menschen, die ich dort wieder treffen werde. Vielleicht schaffe ich es auch noch einen neuen Knit-A-Long zu starten.

Hast du eine Horrorstrickgeschichte oder Missgeschick?
Nicht wirklich. Bisher ist –toi, toi, toi – alles gut gegangen, ein wahrer „Alptraum“ ist jedoch das Tempo, dass einige meiner Teststrickerinnen an der Tag legen, aber das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint. Aber manchmal zweifle ich wirklich an meinem eigenen Stricktempo, wenn ich mit dem Anleitungsschreiben und den Musterproben nicht mehr hinterher komme, da ein Projekt nach dem anderen dort nur so von den Nadeln hüpft und wieder bei mir ankommt mit der Frage „ist schon was Neues unterwegs?“– da werde ich dann ganz hektisch und natürlich auch neidisch, wenn ich auf meine „privaten“, zum Teil gut abgelagerten Strickprojekte schaue… aber wer kennt das nicht?

Gewinn
Diesen Monat freuen wir uns darüber, dass ein glücklicher Blogleser die Chance hat, ein Waves Häkelnadelset zu gewinnen! Um eine Gewinnchance zu haben, hinterlasst einen Kommentar unter diesem Blogpost und erzählt uns, welches von Tanja's Entwürfen euch am besten gefällt - klickt hier und seht sie alle bei Ravelry. Vergesst nicht eure Ravelry ID oder eure Mail Adresse, damit wir euch anschreiben können, falls ihr gewonnen habt. Den Gewinner geben wir am Freitag, 27. Mai 2016 in unserem nächsten Blogpost bekannt. Viel Glück!

Friday, 22 April 2016

Gewinner + Designer im Blickpunkt: Fadenstile

Anett, eine im Osten Deutschlands geborene, in Holland aufgewachsene deutschsprachige Designerin, lebt und arbeitet in Frankreich. Sie selbst bezeichnet sich äusserst ungern als Designerin, viel lieber als Maschenmusikantin.

Ab und zu komponiert sie ein Lied, mit Garn und Nadeln, das Andere gerne nachsingen wollen, manchmal ist es ein Gassenhauer, leicht einprägsam und in "viel glatt rechts", manchmal auch eine Etüde, eine Wiederholung von komplizierteren Mustersequenzen, welches jeder in seiner Art interpretiert, mal in Alt oder Sopran....
Echtes Design, diesen Anspruch will sie für sich nicht erheben, sie strickt gerne "was Eigenes." Wenn andere das gerne nach stricken möchten oder am liebsten noch, nach ihren eigenen Ansprüchen variieren, dann gibt sie gerne ihre Ideen weiter….im FadenStille Blogder Ravelry StrickRomantik Gruppe oder auf Instagram.

Seit wann strickst du und wann hast du mit dem designen angefangen?
Seit mehr als 40 Jahren, eine Ewigkeit also, gelernt habe ich es von meiner Mutter, einer leidenschaftlichen Fair Isle Strickerin, in Bezug auf diese Technik konnte sie mich jedoch nie begeistern.
Die Liebe zum Handarbeiten habe ich jedoch von meiner ”Oma Ursel” geerbt, sie "strickte ohne R” und genau wie sie, kann ich stundenlang auf einer Gartenbank sitzen, die Aussicht in die Berge genießen, dem Vogelgezwitscher lauschen und st(r)icken.
Meine beruflichen Wurzeln liegen in der Sprachmethodik, also wie lernt man am besten. Im Grunde ist ja auch jedes Strickstück immer ein Lernprozess, den ich in meinen Anleitungen in hoffentlich passende Bahnen leite.

Warum gerade stricken?
Stricken ist für mich die perfekte Balance zwischen Entspannung und Spannung, ich mag Muster die einprägsam sind, leicht zu stricken, jedoch komplizierter wirken…
Harmonie in Material und Muster bewirkt oft eine innere Harmonie, in der Strickerin selbst oder wenigstens eine gewisse innere Ruhe, die ich z. B. beim ”rattern” meiner Nähmaschine nie finden könnte.
Mit ein Grund warum ich Kindern immer das Stricken nahe legen würde, es fördert Geduld und Ausdauer, Konzentration, Fingerfertigkeit und nicht zuletzt das Kopfrechen.
Stricken basiert auf der Fähigkeit zu Visualisieren, sich aus ein paar Knäuelen Wolle einen Pullover vorzustellen, zu planen, mit Farben umzugehen und letztendlich etwas Tragbares, reelles in den Händen zu halten. Welches Computerspiel kann da mithalten?

Woher kommen deine Ideen?

Eine Zeitlang habe ich mich an historischen Kostümen orientiert, dabei entstand der Nostalgiepullover und ein Zopfkleid. Für Beide gibt es noch immer keine Anleitung, denn wirklich tragbar sind diese Teile im Alltag sicher nicht.
Seit 11 Jahren wohne ich in Frankreich, recht isoliert auf dem Land, zwischen Wiesen und Wäldern und es läge auf der Hand zu sagen: ”Meine Inspiration hole ich aus der Natur, dem Spiel von Schatten und Licht, der Struktur von Bäumen und Blättern, aber dem ist nicht so…

Es gibt nur eine Antwort auf diese Frage, die Inspiration kommt für mich einzig und allein aus dem Garn, aus der Wolle selbst. Sie erzählt ihre Geschichte, der Pullover oder die Jacke sind ja schon drin, in dem Strang, in dem Knäuel…
Es ist das Garn, das mir "zuflüstert" was es werden will, darum "lebe" ich auch immer eine Weile mit meinen” Neuzugängen”, sie liegen immer griffbereit, begleiten mich auch mal bei langen Waldspaziergängen….
Manche Garne warten Monate, wenn nicht Jahre, auf ihre” Bestimmung”, bis auf einmal der Funke überspringt, dann ist der Entwurf in meinem Kopf bereits fertig, bevor ich überhaupt anfange zu stricken.
Das ich dabei natürliche Farben bevorzuge, liegt jedoch sicher an meiner Naturverbundenheit, zu Farben die ich in der Natur nicht finde, werde ich mich auch nicht hinreißen lassen.
Ich habe das große Glück, mit drei fantastischen Wollsponsoren zusammen zu arbeiten, Trendgarne, DyeForYarn und Pascuali. iIhr Spektrum an neuen Garnqualitäten und Farben ist unendlich und jedes Garn birgt eben eine neue Idee in sich.
Man vertraut mir wertvolle Garne an, wie z. B. Pascuali, für die ich aktuell eine Cashmere Kollektion entwerfen darf, und dieses Vertrauen in meine Entwürfe motiviert mich. Ihnen habe ich es zu verdanken, dass ich meine Anleitungen gratis zur Verfügung stellen kann, sie versetzen mich in die Lage meine Leidenschaft für Seidengarne oder Gemische voll und ganz ”aus zu stricken"
Das Rose of Jericho Strickkleid zum Beispiel, aus der
ONline 321 Silk ist so ein Projekt Dieses eher dünne Garn 100% Maulbeerseide (300m/100g) ist einzigartig,wie das Kleid zeigt. Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu stricken, eigentlich ist der Entwurf ein Pullover, in DK und Fingering Seide von DyeForYarn.
Wie findest du die richtige Balance zwischen entwerfen und bloggen und der Verwaltung der FadeStille?
Mit dem Wachsen unserer FadenStilleStrickRomantik Gruppe auf Ravelry ist mir diese Balance etwas verloren gegangen, am liebsten stricke ich und am Laptop sitze ich eher ungern. Ohne das Verständnis meines Mannes, für die viele Zeit die das Entwerfen und der Austausch auf Blog und Ravelry kostet, gäbe es die FadenStille sicher nicht.

Auf welchen Entwurf bist du besonders stolz?
Immer auf den "Letzten", da er hoffentlich den Vorherigen in seiner Qualität übertrifft, weil man hoffentlich aus Fehlern gelernt hat. Bei mir ist das der Diviana Entwurf, mein erster TopDown Entwurf mit einer angenehmen Kragenlösung, vorne tiefer in verkürzten Reihen....und das auch noch in einem Zopfmuster….


Was kennzeichnet deine spezielle ”Handschrift”?
Ich entwickle die Passform meiner Entwürfe oft aus dem Muster heraus, d.h. ich nehme im Muster selbst ab oder zu, ein Muster wächst sozusagen organisch aus sich selbst heraus. Die Rose of Jericho z. B.kennt keine einzige Seitennaht oder sichtbare Zunahmen...
Erst im Nachhinein wurde die Ähnlichkeit mit der wirklichen Pflanze deutlich, die dem Pullover neben der tollen DyeForYarn Färbung zum Namen verhalf...

Hast du ein Horrorstrickgeschichte oder Missgeschick?
Nein , damit kann ich zum Glück nicht dienen, im Gegensatz zum Nähen. Da kann man einen Stoff mit einem daneben gegangenen Schnitt getrost als "reif für die Tonne" erklären. Wolle dagegen verzeiht im Grunde alles, ich trenne rigoros ohne Pardon und ohne Groll auf und fange einfach neu an…

Welchen guten Rat kannst du Strickerinnen auf den Weg geben...
Kauft immer die beste Wolle, die ihr euch leisten könnt, schöne Wolle inspiriert und motiviert, es ist ein Luxus, wie ein Parfüm, das man sich ja auch nicht jeden Monat kauft...
Spart lieber jede Woche ein paar Euro für ein gutes Garn, denn ein zeitloser Pullover kann damit zu einem sehr treuen Wegbegleiter werden. Ich selbst bin eine extreme ”Langsamstrickerin”, stricke also bei weitem mehr Stunden an einem Pullover, als das ich ihn je tragen werde, darum finde ich das Garn so wichtig. Es muss schon beim Stricken selbst, ein Genuss sein !
Und dann der wichtigste Rat:
Stricke mit allen Sinnen, Wolle ist wertvoll, kommt oft vom anderen Ende der Welt, hat erst andere Lebewesen gewärmt, wurde sorgfältig selektiert, gewaschen, versponnen und gefärbt, darum genieß dieses einzigartige Material mit allen Sinnen.
Strick einmal mitten im Wald, auf einer Blumenwiese, am Meer oder an einem einsamen Ort und hör beim Stricken dem Gesang der Sille zu….

Gewinner
Gratulations an DevilishW, du hast ein Zing Nadelspielset gewonnen! Wir nehmen in Kürze Kontakt zu dir auf, damit wir deinen Gewinn schnell verschicken können. Allen die diesen Monat mitgemacht haben ein herzliches Dankeschön!

Friday, 8 April 2016

Besuch auf der H + H in Köln & Das April Gewinnspiel

Im letzten Monat war KnitPro als Aussteller auf der Messe Handarbeit & Hobby (H + H) in Köln.



Unser Stand gut besucht von Stricker- und HäkelerInnen, die alle unsere neuen Produkte sehen wollten!

Mehr Informationen gibt es demnächst, bis dahin zeigen wir aber schon mal was euch in den Wollgeschäften bald erwartet:
  • Royale, die Luxus Kollektion, wird es als austauschbare Nadelspitzen, Rundstricknadeln mit Drehlagerseil, Jackennadeln und Nadelspiele in allen gängigen Nadelstärken und Sets geben.
  • Wir haben jede Menge neue Designs bei unseren Nadel-, Reissverschluss- und Projekttaschen.
  • Unsere beliebten Zing Nadeln sind in Zukunft bis Nadelstärke 12 mm erhältlich.
  • Und natürlich auch tolles neues Zubehör, wie bunte Seile, jede Farbe für eine Länge, einen Garnabschneider, Sicherheitshülsen für Rundnadeln und noch viel mehr!


Der Messestand war angefüllt mit Inspirationen, wo immer man hin guckte gab es was zu sehen - Farben, auffallende Displays und vieles mehr!



Ebenso gab es Aufmerksamkeit erregende Kunstwerke, z.B. der sehr Detailverliebte, gestrickte Schlachterladen von Madame Tricot:



Und diese ins Auge springende Granny Square Ausstellung:

Wir hatten eine tolle Zeit und freuen uns schon auf die H + H 2017.

GEWINN
In diesem Monat verlosen wir ein Zing Nadelspielset! Um zu gewinnen, hinterlasst einen Kommentar unter diesem Blogbeitrag und erzählt uns welche neuen Produkte ihr unbedingt ausprobieren wollt. Vergesst nicht eure Ravelry ID oder email Adresse,sonst können wir euch, im Falle eines Gewinnes, nicht kontaktieren. Den Gewinner geben wir am Freitag 22. April bekannt. Viel Glück!

Thursday, 24 March 2016

Gewinner + Probiert Rundstricknadeln!

Welche Stricknadeln waren eure Ersten? Das ist sicherlich eine Frage, die auf das Alter der Strickerin schliessen lässt, denn im letzten Jahrhundert gab es eine grosse Weiterentwicklung bei den Materialien und Formen der Stricknadeln. Das kann man auch gut an den von Verwandten geerbten Nadeln sehen. Vor hundert Jahren waren die meist  gebräuchlichsten Nadeln, lange Stahlnadeln (vergleichbar mit unseren Strumpfstricknadeln) und immer in sehr dünnen Stärken. Vor fünfzig Jahren waren lange Aluminium Nadeln mit einem Endknopf und einer Prägung der Nadelstärke Standard, weich aber nicht rutschig. Es war unheimlich mühsam, die Maschen auf der Nadel zu schieben. Rundstricknadeln eroberten langsam den Markt, alle in einer Länge mit dicker Spitze und einem steifen Nylonseil, das sich immer wieder verdrehte.


Eine Auswahl an KnitPro Nadeln
Während der letzten zwanzig Jahre gab es eine Entwicklungsexplosion auf dem Stricknadelmarkt, verschiedene Materialien, Formen und Arten - wir bei KnitPro benutzen verschiedene Materialien, von Rosenholz und Bambus über verchromtes Messing, Acryl und Karbon und alle sind als Jackennadeln, Nadelspiele, Rundstricknadeln und als austauschbare Nadelspitzen zu haben. Mit all dieser Vielfalt ist das Klischee von zwei “Stöcken” und einem Knäuel Garn vom Tisch und sobald die StrickerInnen die Grundlagen beherrschen, ziehen sie austauschbare Nadelspitzen und bewegliche Seile den starren Nadeln vor.
Jackennadeln sind für einige Projekte durchaus perfekt, z.B. Schals oder Waschlappen, aber sie haben ihre Grenzen. Strickt man ein Kleidungsstück über eine Kleinkindgrösse hinaus, sind sie nicht mehr wirklich komfortabel, ausser man nutzt eine Länge von 35 cm und strickt in Teilen und näht das Kleidungsstück am Ende zusammen. Die Handgelnke werden stark beansprucht, weil man das komplette Gewicht bei jeder Masche mit bewegen muss - Autsch! Kleinere Teile wie Socken, Handschuhe und Mützen können können in einem geraden Teil gestrickt werden und am Ende zusammen genäht werden um dann ein dreidimensionales Teil zu erhalten. Die meisten StrickerInnen aber bevorzugen Nadelspiele um in der Runde zu stricken. Es ist eine gute Lösung für saumlose Strickstücke, aber es ist manchmal etwas frickelig am Anfang und sie verschwinden gerne mal in Kissen oder Zwischenräumen von Flugzeugen oder Autos.
Deshalb probiert Rundstricknadeln! Unsere Sets mit austauschbaren Nadelspitzen ermöglichen den StrickerInnen eine grosse Flexibilität und sie können die Nadeln dem Strickstück, der Technik, der Grösse und dem Muster  perfekt anpassen. Mit einer Rundstricknadel mit der richtigen Seillänge kann man in der Runde und auch in Hin- und Rückreihen stricken, vom kleinsten Babyschuh bis hin zum grossen Lacetuch. Mit einer Rundstricknadeln werden die Handgelenke entlastet, weil das Seil das Gewicht trägt. Wenn man das Strickstück beiseite legt, kann man die Maschen auf das Seil schieben und keine fällt herunter, während auf einer Jackennadel, die Machen gerne mal verrutschen. Das Strickstück ist, mit den Machen auf dem Seil und den hängenden Nadelspitzen, perfekt zum transportieren, keine Masche oder Nadel geht verloren.

Die immer populäre Restedecke gestrickt mit austauschbaren Nadelspitzen aus Karbon

Wie strickt man in Reihen auf einer Rundnadel? Bedenkt, dass eure Rundstricknadel eine flexible Jackennadeln mit Stoppern an jedem Ende ist. Zuerst den Maschenanschlag, so wie ihr es immer macht. Anstatt einer zweiten Nadel wird jetzt einfach das andere Ende der Rundnadel genommen und man kann mit dem Stricken beginnen. Am Ende der Reihe das Strickstück wenden, die freie Nadelspitze zum Arbeitsfaden führen und weiter geht’s!

Jetzt aber zu den Geheimnissen des Rundstrickens. Denkt als Erstes darüber nach, dass es eine prima Methode ist Kleidungsstücke zu fertigen, einfach ausgedrückt - der menschliche Körper ist nicht flach! “Schläuche” zu stricken ist der beste Weg um Ärmel, Beine, Köpfe und Körper passend zu stricken. Viele Strickanleitungen verwenden diese Technik - nehmt z.B. den klassischen Islandpullover. Körper und Ärmel als Schlauch gestrickt, werden oben zusammen gefügt (Ärmel, Körper, Ärmel) um einen Musterkragen bis zum Hals zu stricken und dann wird abgekettet. Das einzige zum nähen ist unter den Armen!

Ein Strickstück in der Runde gestrickt auf KnitPro Zing Nadeln


Beherrscht man das Rundstricken, stehen einem alle Möglichkeiten offen.Sobald man versteht was man tut, ist es sehr einfach. Wichtig ist die richtige Kombination aus Nadelspitze und Seil, z. B. für eine Mütze oder einen Cowl, ist eine Länge von 40 cm die Beste. Viele unserer Rundstricknadeln sind in dieser Länge zu haben. Für einen Pullover empfiehlt sich eine Länge von 60 oder 80cm, je nach Maschenzahl. Am Anfang so viele Masschen anschlagen, wie es das Muster verlangt.

Dann kommt der etwas knifflige Schritt: “die Maschen zur Runde zusammenfügen und aufpassen das man den Anschlag nicht verdreht.” Das heisst einfach, die Arbeit so zusammen zu bringen, dass das freie Ende der Nadel dort hin geführt wird wo der Arbeitsfaden ist. Man strickt jetzt die erste Masche mit dem Arbeitsfaden der letzten Masche des Anschlages, nun ist die Arbeit zur Runde geschlossen. Ist es in Ordnung? Wenn es verdreht ist, ist die einzige Lösung nochmal zu beginnen. Ein Weg das Verdrehen zu verhindern - man strickt eine Reihe gerade und schliesst dann zur Runde,  man hat dann genügend Gestrick  um zu sehen, dass es nicht verdreht ist. Es benötigt am Ende nur einen Stich zum zusammen nähen, aber das ist es wert!

Staci Perry zeigt in ihrer Video Anleitung 3 todsichere Möglichkeiten Strickstücke zur Runde zu schliessen.
Und jetzt die Magie des Rundstrickens: Bei einem glatt rechts Gestrick, braucht man keine linken Maschen zu stricken, es sei denn das Muster verlangt es oder man will Rippen stricken. Rundstricken kreiiert automatisch die “richtige” Seite ( das rechts Gestrickte ist aussen und das links Gestrickte innen) - das Einzige was man tun muss, ist rechts stricken! Es geht schnell, ist einfach und man braucht nicht wirklich dabei zu denken - also perfekt um in Gesellschaft oder bei einem Film zu stricken.

Wenn man genügend Übung im Rundstricken hat, kann man sein Strickrepertoire mit Techniken, wie den Magic Loop oder anderen Spezialitäten erweitern, aber darüber erzählen wir in einem späteren Beitrag!


Gewinner

Gratulation an unseren Bloggewinner! FrauNachtgedanken, du hast 3 Zing Rundnadeln (40/60/80cm) gewonnen! Wir setzen uns bald möglichst mit dir in Verbindung um deinen Gewinn  verschicken zu können!